Unsere Arbeit

Wie arbeitet der Harl.e.kin e.V.?

  • Die pflegerische und medizinisch-therapeutische Betreuung von Früh- und Risikogeborenen sowie chronisch kranken Kindern wird sowohl vor als auch nach Entlassung aus der stationären Behandlung einer Kinderklinik optimiert.
  • Kranken und/oder in ihrer Entwicklung bedrohten Kindern und deren Eltern wird durch eine aufsuchende Nachsorge eine psychosoziale, interaktions- und entwicklungsorientierte Betreuung angeboten.

Die Standorte des Harl.e.kin e.V.

Was erreicht die strukturierte Harl.e.kin-Nachsorge für Kinder und Familien?

  • erleichterter Übergang von der stationären zur ambulanten Patienten- und Familienbetreuung für Kind und Familie,
  • Schließung bestehender Lücken im Gesundheitswesens, indem sie für die Kleinsten und deren Eltern nach Entlassung zu Hause eine ganzheitliche pflegerische und psychosoziale Beratung anbietet,
  • Unterstützung der Eltern in praktischen Alltagsfragen,
  • Prävention gestörter frühkindlicher Entwicklung,
  • Förderung der Mutter-Vater-Kind-Bindung,
  • Förderung der elterlichen Autonomie und Kompetenz,
  • bei anhaltendem Betreuungsbedarf und elterlichem Wunsch Vernetzung mit weiteren Organisationen, die die frühkindliche Entwicklung unterstützen.

Wie ist die Harl.e.kin-Frühchen-Nachsorge aufgebaut?

Die Tätigkeit des Harl.e.kin e.V. umfasst 5 Module. Diese sind für unsere Arbeit unerlässlich und wertvoll.

1. Aufsuchende häusliche Beratung

  • Die aufsuchende Beratung durch ein Tandem aus je einer Mitarbeiterin aus der Pflege des Perinatalzentrums und einer Mitarbeiterin der Mobilen Dienste der Frühförderstellen (MDFF) ist das Herzstück der Harl.e.kin e.V. Nachsorge. Dabei wird die pflegerische Nachsorge getragen durch die aus der klinischen Intensivtherapiephase bekannte Kinderkrankenschwestern und die psychosozialen Betreuung durch Mitarbeiter*innen der Mobilen Dienste der Frühförderstellen (MDFF) mit einer Zusatzqualifikation in Entwicklungspsychologischer Beratung.
  • Eine Standortkoordinator*in moderiert die regelmäßig stattfindenden Teamtreffen, organisiert die Tandem-Hausbesuche, überprüft die Abrechnungen und steht im Austausch mit der Arbeitsstelle Frühförderung Bayern AFFB.

2. Physiotherapeutische Frühchengruppe

Physiotherapeutisch angeleitete Frühchengruppen werden gerne besucht. Hier werden die Mütter in ihrer Wahrnehmung des kindlichen Verhaltens gestärkt und das komplexe Handling der fragilen Babies optimiert. Außerdem wird der Informationsaustausch der Eltern im Sinne einer Selbsthilfegruppe erleichert.

3. Musiktherapie

Der Harl.e.kin e.V. kann mit Unterstützung des Referates Gesundheit und Umwelt der Landeshauptstadt München an allen drei Münchner Standorten Musiktherapie anbieten. Die Eltern schätzen das kostenlose musiktherapeutische Angebot sehr und nehmen es gern an.

  • Musiktherapie im Perinatalzentrum des Klinikum rechts der Isar (MRI) durch Musiktherapeutin Jelka Panskus,
  • Musiktherapie im Perinatalzentrum des Klinikum Harlaching der München Klinik durch Musiktherapeutin Anja Kutter,
  • Musiktherapie im Perinatalzentrum des Klinikum Schwabing der München Klinik bis 2019 durch Musiktherapeutin Renate Lüdke, die aus familiären Gründen ausgeschieden ist. Hier wird eine geeignete Nachfolgerin gesucht!

Über die Arbeit in der Musiktherapie:
„Die musiktherapeutische Arbeit beinhaltet sowohl reines Fürsingen für die Kinder, als auch ein rezeptives Angebot für die Eltern beim "Känguruhen", das gemeinsame Singen mit Mamas und Papas für ihr Kind, sowie das ausführliche Gespräch über die aktuelle Situation in der Klinik oder im familiären Umfeld daheim. Durch die Musik konnte mitunter aber auch einfach eine andere Atmosphäre geschaffen und den Emotionen der Eltern Raum gegeben werden, ohne dass viel „Worte gemacht“ wurden. Es war für mich schön zu beobachten, wie nicht nur die Kinder, sondern auch die Eltern in diesen Wochen „gewachsen“ sind - mit ihrem Selbstvertrauen und dem Einfinden in die besondere Situation der „frühen Eltern“.“ (R. Lüdke 2018, Musiktherapeutin Schwabing)

4. Öffentlichkeitsarbeit

Diese hat das Ziel, das Grundanliegen des Harl.e.kin e.V. bekannt zu machen und damit die Harl.e.kin-Frühchen-Nachsorge zu ermöglichen.

5. Finanzielle Einzelfallhilfen

Die Einzelfallhilfen für Familien in sozialer Not werden vom Harl.e.kin e.V. seit vielen Jahren aus Mitteln des SZ-Adventskalenders für gute Werke, sowie der Grosjean Stiftung des Sozialreferats der Landeshauptstadt München - „Wohltätigkeitsstiftung der Ehepartner Melchior und Josepha Grosjean, letztere geborene Beierlein und deren Tochter Marie“ - finanziert. Auch in einer reichen Stadt wie München können junge Familien in eine soziale Schieflage geraten. Ihnen kann mit einer finanziellen Einzelfallhilfe rasch und ohne bürokratischen Aufwand unter die Arme gegriffen wird.

Die Harl.e.kin-Einzelfallhilfen werden vom Harl.e.kin-Vorstand genehmigt und über die Standortkoordinatorin abgewickelt.

Die Harl.e.kin-Einzelfallhilfe unterstützt Familien von Frühgeborenen in einer wichtigen Zeit. In dieser Familie sind Drillinge zu versorgen  - da  ist jede finanzielle Unterstützung willkommen.

Besondes wichtig:
Unser gesamtes Nachsorgeangebot ist für die Eltern kostenfrei und niederschwellig! Außer einer schriftlichen Zustimmung sind für die Eltern weder bürokratische Hürden zu nehmen noch aufwändige Anträge auszufüllen. Dieser einfache Zugang erleichtert den in vielfacher Hinsicht belasteten Eltern die häusliche Nachsorge ihrer Früh- oder Risikoneugeborenen.

Die genannten 5 Module ergänzen -ersetzen also nicht- die in allen Perinatalzentren üblichen und kassenfinanzierten medizinisch-entwicklungsneurologischen Kontrollen Früh- und Risikoneugeborener durch Fachärzt*innen für Pädiatrie der Kinderkliniken oder der Sozialpädiatrischen Zentren.

Bei den Sozialpädiatrischen Zentren ist das Kbo-Kinderzentrum an der Kinderklinik München Schwabing zu nennen, dessen sozialpädiatrische Sprechstunde von Dr. Armin Gehrmann geleitet wird.

Kbo-Kinderzentrum München gemeinnützige GmbH an der Kinderklinik Schwabing
Leiter der sozialpädiatrischen Sprechstunde: Dr. Armin Gehrmann
Facharzt für Kinder- und Jugendmedizin
Kölner Platz 1, 80804 München
E-Mail: Armin.Gehrmann@kbo.de
Telefon: +49 89 3068-5800

Und außerdem:

Der Harl.e.kin e.V arbeitet mit den Stadtteil-Kinderkrankenschwestern des Referates Gesundheit und Umwelt zusammen.

Ergibt sich im Verlauf der Harlekin-Frühchen Nachsorge einer Familie ein weiterer und anhaltender Betreuungsbedarf, kann, natürlich nur mit Zustimmung der Eltern eine weitere häusliche Unterstützung durch Stadtteil-Kinderkrankenschwestern vermittelt werden. Diese Vermittlung wird durch das Referat Gesundheit und Umwelt gefördert!

Der Harl.e.kin e.V unterstützt die Einrichtung von Elternzimmern

In den Perinatalzentren rechts der Isar, Schwabing und Harlaching wurden durch den Harl.e.kin e.V. mit kräftiger Unterstützung durch den Sternstunden e.V. Elternzimmern eingerichtet. Mütter von Früh- und Risikogeborenen oder chronisch kranken Kindern können gemeinsam in einem Zimmer mit ihrem Kind untergebracht werden. Dies stärkt die elterliche Autonomie und das kindliche Wohlbefinden in der neuen und schwierigen Situation.

In Planung: Elterncafe

Ab 2021 ist in Schwabing ein Elterncafe für Mütter und Väter ehemaliger Risikogeborener zum Erfahrungsaustausch, Wiedersehen und Kennenlernen geplant.